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Romancewoche 2017: Protagonisteninterview: Emma S. Rose: Couture – Wenn Liebe stärker ist

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Sabine, Claudia und ich durften im Rahmen der Romancewoche ein Protagonisteninterview mit Emma S. Rose Figuren aus Couture-Wenn Liebe stärker ist führen. Ich hoffe euch gefällt was wir erarbeitet haben und ihr habt diese Woche Spaß beim lesen der Beiträge und bei den Aktionen der Romancewoche. Wir wollen euch auch gar nicht weiter auf die Folter spannen. Hier ist unser Interview:

 

Hallo liebe Leser, heute haben Sabine, Claudia und ich uns mit Felicia im Couture verabredet. In der neuen Bar arbeitet Felicia seit kurzem und wird uns heute Rede und Antwort stehen: „Hallo Felicia, herzlich willkommen zu unserem Interview. Mixt du uns bitte drei Lady Killer?“ „Nennt mich doch Feli. Alle meine Freunde nennen mich so. Gerne, drei Lady Killer für euch“. Feli beginnt, die Zutaten abzumessen und in den Cocktailshaker zu geben.

„In welchen Situationen vermisst du deine Eltern am meisten?“

„Besonders schlimm ist es tatsächlich an den „großen“ Feiertagen. Weihnachten, Silvester, unsere Geburtstage, aber auch ihre Geburtstage, denn dann überfluten mich Erinnerungen an sie, ohne dass ich es verhindern kann. Wir hatten so viele Traditionen. Manchmal waren es nur Kleinigkeiten. Zum Beispiel, dass das Geburtstagskind immer aussuchen durfte, wohin wir abends zum Essen fahren. Den selbstgemachten Eierlikör meiner Mutter. Dass wir uns an Weihnachten dem Alter nach Sortiert nach und nach einzeln Geschenke ausgesucht haben. Lauter kleine, eigentlich unbedeutende Dinge, die es so persönlich gemacht haben. Isabell und ich haben eigene Traditionen eingeführt, weil die alten so schmerzen, aber es ist einfach nicht dasselbe.

Fast noch schlimmer sind allerdings die vielen, kleinen Situationen im Alltag, wenn ich einen mütterlichen oder väterlichen Rat gebrauchen könnte. Wenn etwas Besonderes geschieht, von dem ich denke: „Das hätte ich ihnen jetzt gerne erzählt.“ Wenn einem dann bewusst wird, dass sie nicht mehr da sind, fühlt es sich besonders schlimm an … Als würde ich jedes Mal aufs Neue den Verlust neu durchleben. Oder wenn ich in der Stadt Frauen in meinem Alter sehe, die offensichtlich mit ihrer Mutter Arm in Arm einen schönen Tag verbringen …“

„Stell dir vor, du gewinnst eine Million Euro im Lotto – was würdest du mit dem Geld machen?“

„Oh Gott! Ich würde sofort einen großen Teil zurücklegen, damit Isabell niemals, wirklich niemals wieder so etwas durchleben muss, was sie einen Teil ihrer Kindheit erlebt hat. Sie soll immer die freie Wahl haben, soll in einem guten Zuhause leben, soll niemals zur Tafel gehen müssen. Auch will ich auf gar keinen Fall, dass sie jemals ihr Studium abbrechen muss, weil es am Geld scheitert.

Naja, und ich denke, ich würde uns ein Haus kaufen, unsere eigene persönliche Sicherheit. Wenn dann noch Geld übrigbleibt, würde ich uns einen ausgiebigen Urlaub spendieren, denn ich weiß nicht, wann wir das zum letzten Mal hatten. Das volle Programm mit Strand, blauem Meer und so.

Na super, jetzt habe ich Sehnsucht und Fernweh. Ich denke, ich sollte sparen.“

„Du arbeitest in einer Bar und mixt für deine Gäste unzählige Cocktails – welcher ist dein Lieblingscocktail?“

„Wenn ich jetzt sage, dass ich so viele Cocktails probiert habe, dass ich mittlerweile einfach ein gutes, kühles Bier bevorzuge, glaubt mir das vermutlich keiner, oder? So ist es aktuell tatsächlich. Aber wenn ich mal wieder Lust auf einen Cocktail habe, dann soll es ein Ruby Sin sein. Er besteht aus Zitronen-, Ananas- und Orangensaft, Grenadine, Pfirsichlikör und Wodka. Super erfrischend und fruchtig. Ein richtiges Frauengetränk in Rot.“

„Wie sollte dein Traummann sein?“

„Eine gute Frage. Ich glaube, ich habe mich bisher viel zu wenig damit beschäftigt, wie mein Traummann aussehen könnte, da ich immer andere Prioritäten hatte. In meinem Leben habe ich gelernt, dass es viel wichtiger ist, Menschen um sich zu haben, auf die Verlass ist. Ich denke, mein Traummann muss vor allem einfach für mich da sein, verlässlich eben – und auch akzeptieren, dass ich so eine enge Beziehung zu meiner Schwester habe. Offenheit ist mir auch sehr wichtig. Wenn dann noch intensive, wunderschöne Augen hinzukommen, bin ich verloren.

Letzten Endes ist es ja doch so, dass man irgendwann dem Richtigen einfach so über den Weg läuft. Man spürt es, wenn es soweit ist. Und ich glaube kaum, dass man dann sagt: „Nö, du bist blond, das will ich nicht“, oder? “

„Du hast ja einiges durchmachen müssen. Was würdest du jemanden raten, der sich in einer ähnlich schwierigen Situation befindet?“

Ich glaube, dass ich manchmal ein bisschen zu sehr versucht habe, Dinge alleine zu regeln. Klar, manches muss man alleine schaffen, aber mittlerweile weiß ich, dass es wichtig ist, Menschen um sich zu haben, die einem etwas bedeuten, auf die man sich verlassen kann. Man sollte nicht zu stolz sein, Hilfe auch mal anzunehmen. Und außerdem hilft es, daran zu denken, dass alles irgendwie, irgendwann in ein Gleichgewicht gerät. Es passiert viel Mist? Ja, verdammt, aber irgendwann wird es auch wieder bergauf gehen. Man muss fest daran glauben, dann ist es auch so! Also – falls du in einer ähnlichen Situation steckst: Gib niemals, wirklich niemals die Hoffnung auf, so abgedroschen das auch klingt!

 

„Vielen Dank für das Gespräch, Feli!“

Aus den Augenwinkeln sehen wir nun, dass sich der gutaussehende Typ hinten im Eck erhoben hat und auf die Bar zukommt. Das muss doch Chris sein?!

„Hallo Chris, wir hätten da auch ein paar Fragen an dich:“

 

„Was für Gefühle hast du für Felicia?“

„Das ist eine Frage, die ich nur sehr schwer mit einem Satz beantworten kann. In erster Linie erinnert sie mich sehr an mich selbst. Wir haben beide vieles durchmachen müssen, haben Verluste erleiden müssen. Ich habe einen riesigen Respekt davor, wie sie ihr Leben meistert und versucht, nicht daran zu zerbrechen. Da kommen wir auch schon zum nächsten Punkt: Ich habe das Bedürfnis, sie zu beschützen. Sie ist so unglaublich stark für ihre Schwester, aber wer kümmert sich um sie? Ich sehe sie, die Einsamkeit in ihren Augen, wenn sie mal ihre Schwäche zulässt, und das berührt mich. Na gut, und ich fühle mich sexuell von ihr angezogen. Sie ist eine unglaublich attraktive Frau.

All diese Gefühle machen mir jedoch eine furchtbare Angst, denn ich habe geschworen, dass mir niemals wieder jemand so viel bedeuten darf. Ich will nicht wieder verletzt werden, wenn ich einen Menschen verliere. Nie mehr.“

„Was machst du beruflich?“

„Am ehesten könnte man mich wahrscheinlich als Geschäftsmann bezeichnen. Ich habe eine Stiftung gegründet und arbeite dort hinter den Kulissen. Außerdem suche ich immer wieder Gespräche mit möglichen Partnern, erarbeite Hilfekonzepte und besuche die einzeln Einrichtungen.“

„Warum schaust du immer einmal durchs Lokal, dann zur Theke und verziehst dich dann in deine Ecke?“

„Eine Angewohnheit, schätze ich. Ich schaue, wer so da ist. Ich bin eine Art Stammgast, und von denen gibt es einige. Ich denke, dass ich mich auf den Abend vorbereite, mich wappne, wenn ich mich umschaue. Früher war es egal, wohin mein Blick zuerst fiel. Aber seit Felicia im Couture arbeitet, ist es jedes Mal aufs Neue aufregend. Ich zögere den Moment hinaus, die Hoffnung, sie zu sehen. Zu sehen, dass sie glücklich ist. Dass ich dazu beitragen konnte, dass es ihr bessergeht. Wenn sie nicht da ist, bin ich enttäuscht. Und wenn ich sie sehe, erschrecken mich meine Gefühle – und ich ziehe mich zurück. Verkorkst, nicht wahr?“

„Warum testest du immer einen Cocktail, der dir nicht schmeckt?“

„Das war ein dummes Spiel von mir, ich weiß. In dem Moment ist eine Sicherung bei mir durchgebrannt, könnte man sagen. Dass ich den Tequila Sunrise nicht mag, ist mir bewusst. Die anderen wissen es, weil wir darüber gequatscht haben. Ich schätze, ich wollte Felicia einfach irgendwie herausfordern. Sie scheint mir nicht wie ein Mädchen, das gut damit umgehen kann, in der Schuld anderer zu stehen. Damals hatte ich das Gefühl, dass sie mir gegenüber so empfand. Ich musste einfach irgendetwas dagegen tun. Und Wut hat da schon immer geholfen, ich spreche aus Erfahrung.“

„Was gefällt dir so gut am Couture, dass du dort Stammgast bist? Bestimmt nicht nur Felicia, immerhin warst du schon vorher Stammgast.“

„In erster Linie bin ich dort vorbeigekommen, weil mein Freund Alexej die Bar gekauft hat. Er hat mich damals einmal mitgeschleppt, und dann hat es mir dort gut gefallen. Das Ambiente, die Stimmung. Das Personal ist außerordentlich gut drauf – und das ist genau das, was ich brauche. Alleine zuhause ist mir so oft die Decke auf den Kopf gefallen, im Couture bin ich nie alleine, kann mich aber immer ausreichend abgrenzen, wenn mir die Menschen zu viel werden. Und wenn ich es will, finde ich dort immer jemanden, den ich mitnehmen kann. Oder besser gesagt – ich habe jemanden gefunden, denn mittlerweile ist meine Motivation dafür verschwunden. Es war von jeher eine win-win-Situation für mich.“

 

 

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Ein Kommentar zu “Romancewoche 2017: Protagonisteninterview: Emma S. Rose: Couture – Wenn Liebe stärker ist

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