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Blogtour: Tag 4: Leben mit Behinderung (Blind)

Blogtour: Und der Himmel ist doch bunt

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Leben mit Behinderung (Blind)

Jason, der Hauptprotagonist des Romans, muss plötzlich mit seiner, durch einen Unfall hervorgerufenen, Blindheit zurechtkommen. Für ihn ändert sich erst einmal alles. Daran ist nicht nur seine Blindheit schuld, sondern auch, dass er Waise wird und zu alten Freunden seiner Eltern in eine neue Stadt ziehen muss. Jasons Angst vor Autos macht die Situation bestimmt nicht leichter.

»Magst du erzählen, wie es dir mit deiner Blindheit geht?«, fragt Maggie dann vorsichtiger nach. »Ich muss ja zugeben, dass ich noch nicht so ganz weiß, wie ich dir am besten helfen kann.«
Einen Moment lang zögere ich mit der Antwort. Wie soll es mir schon gehen? »Die Blindheit ist ätzend«, antworte ich ihr dann.
»Das glaube ich dir«, sagt sie.
»Dieser Blindenstock ist ätzend. Mir ständig merken zu müssen, wo was steht, ist ätzend. Dass die Leute mich andauernd am Arm ziehen, um mich irgendwo vorbeizuführen, ist ätzend«, fange ich dann an zu erzählen und spüre dabei sofort wieder diesen riesigen Frust in der Magengegend. »Ich kann kaum noch irgendwas tun.«

Quelle: Und der Himmel ist doch bunt S.17

Plötzlich mit Blindheit umgehen zu müssen, überfordert vermutlich jeden Menschen erst einmal. Doch so schlecht, wie Jason zu diesem Zeitpunkt die Situation sieht, muss ein Leben mit Blindheit gar nicht sein. Blinde Menschen können fast alles machen, was auch Sehende tun.

Um sich, ohne irgendwo gegen zu kommen, zu bewegen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Man kann sich wirklich merken, wo genau alles steht, ein anderes Hilfsmittel ist der Blindenstock, mit dem man tasten kann, wo was ist. Als dritte Möglichkeit gibt es noch Blindentiere oder am wohl verbreiteten Blindenhunde. Diese können entweder durch einen an einem Geschirr befestigten Haltegriff Bewegungen weitergeben oder durch ein anlehnen an den Körper jemanden durch Räume dirigieren.

Zum Lesen ist es notwendig die Brailleschrift zu erlernen. Und um mit anderen sich schriftlich austauschen zu können, sind Computer, die das Geschriebene vorlesen können und eine spezielle Tastatur besitzen von Vorteil.

Da man ja auch nicht mehr sehen kann, welche Farben Gegenstände besitzen, gibt es einen Color Detektor, der einem hilft diese zu erkennen.

Wie man allein an dieser Aufzählung schon sieht, ändert sich durch Blindheit im Leben einiges. Das schwierigste für viele ist jedoch, wie viele Dinge, die vorher selbstverständlich waren nun unmöglich erscheinen und wie andere Menschen plötzlich auf einen reagieren. Viele reden mit Blinden übertrieben laut oder in Kleinkindsprache, dabei haben sie gar kein Problem jemanden zu verstehen. Auch das dauernde Hilfsbedürfnis kann fremder Menschen kann sehr anstrengend sein. Am schlimmsten jedoch dürfte für viele ein verändertes Selbstbildnis sein. Dadurch, dass man dauernd auf Hilfe angewiesen ist oder so vieles neu erlernen muss, kommt man sich selbst hilflos vor. Auch damit hat Jason aus „Und der Himmel ist doch bunt“ zu kämpfen.

»Ich war selbstbewusst und mutig, bin direkt auf die Leute zugegangen, die ein Problem mit mir hatten, und hab’ das von Angesicht zu Angesicht geklärt, und ich habe immer mein Ding gemacht.«
»Das war damals«, sagt sie.
»Ja.«
»Und heute?«
Ich seufze. Was soll das nützen? Ich muss ja trotzdem damit leben.
»Ich bin zu diesem mickrigen, hilflosen, blinden Behinderten geworden, der es nicht wagt, laut zu sprechen, und der sich vor jedem Schritt fragt, wo er gleich gegen läuft, und der dieses Gefühl nicht los wird, dass alle Leute ihn mitleidig anstarren, sobald sie seinen Blindenstock sehen.«

Quelle: Und der Himmel ist doch bunt S.26

Natürlich kann man nicht nur durch einen Unfall oder eine Krankheit blind werden, es gibt auch Menschen, welche ohne die Fähigkeit zu sehen geboren werden. Auch diese müssen viele Dinge anders erlernen, doch ich glaube es fällt ihnen etwas leichter, da sie es nicht anders kennen.

Ich selbst möchte mir nur ungern vorstellen müssen plötzlich Blind zu sein, aber wer in dieser Richtung Erfahrungen sammeln möchte, sollte sich mal erkundigen, ob es in seiner Nähe dunkel Musen, Kaufhäuser oder Cafés gibt. In der Regel kann man dort im Rahmen einer Führung einen Einblick in das Leben als Blinder erhalten.

Blogtourfahrplan:

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Tag 1: http://buecherjunky.de/blogtour-und-der-himmel-ist-doch-bunt

Tag 2: http://tausend-leben.blogspot.de/2016/09/blogtour-und-der-himmel-ist-doch-bunt.html

Tag 3: http://melodiebuch.blogspot.de/2016/09/blogtour-und-der-himmel-ist-doch-bunt.html

Tag 4: Hier!!!

Tag 5: http://buechertatzen.de/2016/09/blogtour-und-der-himmel-ist-doch-bunt-tag-5/

Tag 6: http://bookwormdreamers.blogspot.de/

Tag 7: http://meinbuecherparadies.blogspot.de/2016/09/blogtour-tag-7-und-der-himmel-ist-doch.html

Tag 8: Gewinnspielauslosung auf allen Blogs

 

Gewinnfrage: Womit würdet ihr euch am schwersten tun, wenn ihr Blind würdet?

 

Gewinn

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1. Preis – 1 signiertes Print
2. Preis – 7 x 1 E-Book im Wunschformat

 

Teilnahmebedingungen für das Gewinnspiel:

Die Teilnahme an dem Gewinnspiel ist ab einem Alter von 18 Jahren möglich. Falls Du unter 18 Jahre alt sein solltest, ist eine Teilnahme nur mit Erlaubnis des Erziehungs-/Sorgeberichtigten möglich.
Der Versand der Gewinne erfolgt nur innerhalb Deutschland, Österreich und Schweiz, wobei der Rechtsweg hier ausgeschlossen ist. Für den Postversand wird keinerlei Haftung übernommen.
Eine Barauszahlung der Gewinne ist leider nicht möglich.
Als Teilnehmer erklärt man sich einverstanden, dass die Adresse an die Autorin/ an den Autor oder an den Verlag im Gewinnfall übersendet werden darf und man als Gewinner öffentlich genannt werden darf.
Jede teilnahmeberechtigte Person darf einmal pro Tag an dem Gewinnspiel teilnehmen. Mehrfachbewerbungen durch verschiedene Vornamen, Nachnamen, Emailadressen oder einem Pseudonym sind unzulässig und werden bei der Auslosung ausgeschlossen.
Das Gewinnspiel wird von CP – Ideenwelt organisiert.
Das Gewinnspiel wird von Facebook nicht unterstützt und steht in keiner Verbindung zu Facebook.
Sollte der Gewinner sich im Gewinnfall nach Bekanntgabe innerhalb von 7 Tagen nicht bei CP-Ideenwelt melden, rückt ein neuer Gewinner nach und man hat keinen Anspruch mehr auf seinen Gewinn.
Das Gewinnspiel endet am 11.9.2016 um 23:59 Uhr.

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9 Kommentare zu “Blogtour: Tag 4: Leben mit Behinderung (Blind)

  1. Huhu

    ein sehr trauriges Thema 😦

    Meine Mum ist vor ca. 18 Jahren blind geworden und ich bewundere sie jeden Tag aufs neue wie sie damit fertig wird. Denn wenn ich ehrlich bin ich würde das nicht verkraften auf einmal blind zu sein. Ich würde mir mit allen schwer tun dann und an sowas will ich gar nicht denken 😦

    Liebe Grüße Michelle

  2. Womit würdet ihr euch am schwersten tun, wenn ihr Blind würdet?

    Das ist wirklich ein schwieriges Thema… .
    Ich selbst leide an MS und oft ist es der da der Fall, das man eine Sehnerventzündung bekommen kann, bei der man, im schlimmsten Fall, teilweise oder vollständig erblindet.
    Davor habe ich die meiste Angst, da ich ein sehr visueller Mensch bin.
    Nicht mehr sehen zu können würde für mich bedeuten ein eingeschränkteres Leben führen zu müssen, was durch Hilfsmittel und dergleichen zwar erleichtert werden würde…aber das ist einfach nicht das selbe… .
    Die Gesichter meiner Familie und meiner Freunde nicht mehr sehen zu können, die Schönheit der Natur nicht mehr zu erleben, …und so vieles mehr nicht mehr auf die bekannte Art erleben zu können…das alles wäre für mich schwer zu ertragen.
    Daran hätte ich wohl am meisten zu knabbern

  3. Auch heute versuche ich weiter mein Glück für eine Print Ausgabe da ich keine Ebooks lesen kann und dies auch beim lesen nicht mag!!!

    Erst einmal natürlich mit der Situation an sich nichts und generell gar nichts mehr zu sehen. Und eben alles um sich herrum einfach nicht mehr vorstellen zu können keine Erinnerungen mehr an das wie und wo mal etwas stand und wie es noch ausschaut…..das schlimmste für mich wäre meine Tochter nicht aufwachsen zu sehen mit meinen Augen!!!
    LG Jenny
    jspatchouly@gmail.com

  4. Hallo,

    mir würde es am schwersten fallen mir die Mimik anderer Menschen nicht mehr anschauen zu können und alles aus der Stimmlage heraushören zu müssen und auf fremde Hilfe angewiesen zu sein.

    LG
    SaBine

  5. Das ist nicht mehr lesen könnte und es total schwierig wäre, mich draußen zurecht zu finden.

    Liebe Grüße,
    Daniela

  6. Hallo,

    ich glaube ich täte mich generell schwer, vor allem aber , dass ich meine Mitmenschen nicht mehr sehen kann fände ich sehr schlimm, da ja sehr viel der Kommunikation über Mimik und Gestik stattfindet…

    LG

  7. Pingback: Buechertatzen - [Blogtour] Und der Himmel ist doch bunt - Tag 5 - Buechertatzen

  8. Guten Abend,
    vielen Dank für deinen schönen Beitrag.
    Ich denke ich würde mich mit einigem schwer tun, zum Beispiel mit der Orientierung, denn die ist bei mir selbst jetzt wo ich sehen kann schon nicht gerade der Renner(ein hoch auf das Navi), das wäre für mich dann auf alle Fälle eine ziemliche Herausforderung. Ich denke aber am schlimmsten würde es mir zu schaffen machen, dass ich dann praktisch nur noch schwärze sehen könnte und nicht mehr die Menschen, Tiere oder Umgebung um mich herum und somit auch keine Gestiken etc. welche ja nun ziemlich wichtigen sind und das nicht nur im Umgang mit Menschen, sondern auch mit Tieren, zumal ich für mein Leben gerne Reite, was ja dann nun auch nicht mehr möglich wäre…Ich denke ich hätte einfach mit allem ein Problem, denn ich tue mich schwer mit ungewohntem und es wäre sicher eine kaum schaffbare Aufgabe für mich nicht in ein tiefes Loch zu fallen und mich meiner/der Melancholie nicht einfach hinzugeben.
    LG Sarah

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