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Rezension zu >>Und du bist nicht zurückgekommen<< von Marceline Loridan-Ivens

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Autor: Marceline Loridan-Ivens
Titel: Und du bist nicht zurückgekommen
Verlag: Insel Verlag
Erscheinungsdatum:07.09.2015
Seiten:  111
Format:  Hardcover
ISBN: 978-3-458-17660-2
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Klapptext:

Marceline ist fünfzehn, als sie zusammen mit ihrem Vater ins Lager kommt. Sie nach Birkenau, er nach Auschwitz. Sie überlebt, er nicht. Siebzig Jahre später schreibt sie ihm einen Brief, den er niemals lesen wird.

Einen Brief, in dem sie das Unaussprechliche zu sagen versucht: Nur drei Kilometer sind sie voneinander entfernt, zwischen ihnen die Gaskammern, der Geruch von brennendem Fleisch, der Hass, die Unausweichlichkeit der eigenen Verrohung, die ständige Ungewissheit, was geschieht mit dem anderen? Einmal gelingt es dem Vater, ihr eine kleine Botschaft auf einem Zettel zu übermitteln. Aber sie vergisst die Worte sofort – und wird ein Leben lang versuchen, die zerbrochene Erinnerung wieder zusammenzufügen.
Marceline Loridan-Ivens schreibt über diese Ereignisse und über ihre unmögliche Heimkehr, sie schreibt über ihr Leben nach dem Tod, das gebrochene Weiterleben in einer Welt, die nichts von dem hören will, was sie erfahren und erlitten hat. Und über das allmähliche Gewahrwerden, dass die Familie ihren Vater dringender gebraucht hätte als sie: »Mein Leben gegen deines.«

„Und du bist nicht zurückgekommen“ ist eine herzzerreißende Liebeserklärung, ein erzählerisches Meisterwerk, ein einzigartiges Zeugnis von eindringlicher moralischer Klarheit – das wohl letzte Zeugnis seiner Art.

Meine Meinung:

Zu Beginn des Buches ist man taub. Man ist auf das Schlimmste eingestellt, da man schon aus dem Schulunterricht kennt, was in Ausschwitz geschehen ist. Man hat sich schon für die Schrecken eines Zeitzeugnisses gewappnet – zumindest dachte ich das.

Den ersten Abschnitt über das Lager habe ich noch völlig emotionslos gelesen. Zu viele ähnliche Berichte kennt man. Doch die Erzählung dessen, was Marceline erlebt und gedacht hat, als sie das Vernichtungslager verließ, sorgte dafür, dass ich mehr als einmal Tränen in den Augen hatte.

Insbesondere wenn es um den letzten Weg ihres Vaters ging, konnte ich Marcelines noch nach all dieser langen Zeit so großen Schmerz fühlen. Es ist für mich unvorstellbar, wie man mit einem solchen Schmerz in Worte fassen kann, doch ihr ist es gelungen dieses unglaubliche Werk zu schaffen.

Mich stört einzig und allein an diesem Buch, dass, auch wenn die Erinnerung an den Vater der rote Faden ist, immer wieder hin und hergesprungen wird. In dem einem Moment erfährt man das Marceline wieder bei ihrer Familie angekommen ist und in nächsten Moment ist man wieder einige Wochen oder Monate vorher noch immer auf ihrem Weg durch die Lager und Märsche, die sie überstehen musste. Dies mag daran liegen, dass es sich um Erinnerungen handelt und diese nun einmal nicht linear sind, doch mich hat es beim Lesen gestört immer darauf achten zu müssen, an welcher Stelle von Marcelines Erinnerungen ich mich befand.

Trotzdem würde ich jedem das Buch empfehlen, da dieser Brief einzigartig ist.

4 von 5 Büchern

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